Stellungnahme zu den Pfandringen im Bermuda3eck

Heute erschien in den Ruhrnachrichten ein Artikel zu der, von der Bezirksvetretung-Mitte beschlossenen, Anbringung von Pfandringen in der Bochumer Innenstadt. [1] Da es erhebliche Kritik von Seiten der CDU-Fraktion gibt, möchte ich gerne einige Details richtigstellen.

Im Artikel wird auf die Stellungnahme der Verwaltung hingewiesen, die in der Vergangenheit von der Koalition aus SPD, Grünen und Piraten zurückgewiesen worden ist. So heißt es:

„Der USB befürchtet zudem einen höheren Aufwand bei der Leerung der Mülleimer, an
denen die Pfandringe angebracht sind. Und dadurch Mehrkosten. Von 16000 Euro
jährlich ist in der Mitteilung der Verwaltung die Rede. Und das nur im
Bermudadreieck. Sollten die Pfandringe nach der geplanten, zweijährigen
Testphase überall in Bochum angebracht werden, werden die Mehrkosten vom USB auf
jährlich rund 260000 Euro beziffert.“

Der vom USB befürchtete Aufwand ist in diesem Fall völlig unbegründet, da die Pfandringe so konstruiert sind, dass sie bei einer Leerung der Mülltonnen nicht abmontiert werden müssen. Faktisch entsteht also kein messbarer Mehraufwand für den USB.

Weiter wird Herr Schary von der CDU-Fraktion zitiert:

„Diese Pfandringe sind eine gute Sache. Aber es konnten nicht alle Unklarheiten
ausgeräumt werden“, sagt David Schary (CDU) im Gespräch mit unserer Zeitung. Die
Frage sei, wie praktikabel das System des Pfandrings sein könne, wenn die
Verwaltung ihm ein so schlechtes Zeugnis ausstelle.

An dieser Stelle muss man sich die Mitteilung der Verwaltung genauer anschauen,
zunächst wurden in dieser falsche Anschaffungskosten angeführt, aktuell betragen diese 120,00 € pro Pfandring und nicht 185,00 €, das macht bei 14 Pfandringen 1680,00 € aus.

Dass der zusätzliche „Mehraufwand“ bei einer Entleerung von 2 Minuten Folgekosten von etwa 16.000,00€ monatlich ergeben würde, ist ebenfalls nicht korrekt, da die Pfandringe so angebracht werden, dass sie bei der Leerung der Mülleimer nicht abmontiert werden müssen. Die Kosten, die zusätzlich zu den Anschaffungs- und Montagekosten veranschlagt werden, minimieren sich also auf 0,00 €.

Interessant wird es in der Mitteilung mit der Behauptung, Pfandringe würden zusätzliches Ungeziefer anlocken. Mal ganz ehrlich, ein Pfandring zieht mehr Ungeziefer an als eine offene Mülltonne?

Völlig absurd wird es dann mit der Behauptung, Bürger würden die Pfandringe entfernen und als Wurfgeschosse (Frisbees) verwenden und somit die Verkehrssicherheit gefährden. (Sic!)
Diese Interessante Idee ist zwar kreativ, jedoch von der Realität weit entfernt, da die Ringe so angebracht werden, dass sie nicht einfach so abmontiert werden können.

Aber zurück zum Artikel:

„Schary hatte den Bahnhofsvorplatz und den Busbahnhof ins Gespräch gebracht.
Vorschläge, die nicht auf Gegenliebe gestoßen sind. Einem Kompromiss hätte die
CDU zugestimmt. Schary kritisiert, dass Rot-Grün nicht von ihrem ursprünglichen
Antrag abrücken wollte.“

Die Grün-Offene Fraktion und die SPD-Fraktion ist der Meinung, dass es sinnvoller ist, die Pfandringe dort zu testen wo sie dringend benötigt werden und zwar im Bermuda3eck. Das es aus konservativer Sicht unschön ist, Pfandsammler im Stadtzentrum sichtbar zu machen, verwundert mich persönlich allerdings eher wenig.
An der Situation, dass es in unserer Gesellschaft Menschen gibt, die darauf angewiesen sind Pfand sammeln zu müssen, ist die regierende CDU ja nicht gänzlich unschuldig.
Alles in allem kann man, wenn man sich informiert hat, aber nicht davon sprechen, dass die Pfandringe einfach „durchgewunken“ wurden.

Abschließend bleibt zu sagen, dass es von den Ruhrnachrichten zukünftig nett wäre, alle Beteiligten zu nennen und nicht nur auf Rot-Grün [2] zu verweisen.

 

[1] https://www.ruhrnachrichten.de/staedte/bochum/Testlauf-beschlossen-Muelleimer-im-Bermudadreieck-kriegen-Pfandringe;art932,2510910

[2]http://www.derwesten.de/staedte/bochum/piraten-treten-koalition-bei-aimp-id9892261.html

 

(© 2013 Pfandring by Paul Ketz / Fotos: Markus Diefenbacher)

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